Traditioneller Royal Navy Toast für den heutigen
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  1. #61
    Boatswain

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    Was nicht heißen soll, daß einige Kommandanten dieser Marotte frönten!
    Klar, sicher nur eine Marotte, wie z.B. des Kommandanten des Flaggschiffes von Vice Admiral John Jervis der abgefackelten und um sich schießenden HMS Boyne.
    Ich denke man könnte auch die Ansicht vertreten das hier evtl. ein Teil der ständigen Befehle des Admirals an seine Kommandanten ausgeführt wurde.

    So gefährlich ist es meines Erachtens auch nicht wenn, wie bereits oben von mir angedacht, die Geschütze des oberen Geschützdecks, Quarterdecks und der Back geladen waren.
    Weil erstens diese Geschütze wohl ständig ausgerannt waren (wenn sich ein Schuß löst ist das Schiff dadurch ja nicht in Gefahr, wie unter Deck mit hochgelaschten Rohren und geschlossenen Pforten), das Rohr an der Mündung mit einem Tompion verrammelt war, die Pulverladung im Rohr noch nicht angestochen und das Zündloch mit Sicherheit noch nicht mit Pulver gefüllt gewesen ist (und Edit: ohnehin noch zusätzlich abgedeckt ist).

    Ich denke es lassen sich aber, mit ein wenig mehr Zeit, sicher noch härtere Fakten finden die die Annahme stützen, das mehr als nur ein Kommandant (der Boyne) einer Marotte frönte, sondern hier möglicherweise ständige Befehle ausgeführt wurden.
    Geändert von Chapman (02.02.2012 um 13:08 Uhr)
    Grüße

    Joerg


    Im Bau: HMS Mediator 1745 1/160 Holz Scratch Wasserlinienmodell in action. Baubericht vorläufig eingestellt!

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  2. #62
    Cointreau Amiral
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    Also, ich hatte es auch im Kopf, daß die Kanonen bei den Briten grundsätzlich ständig geladen blieben.

    Ebenso habe ich noch im Kopf, daß die "Kombüse, der einzige Ort an Bord, an dem geraucht werden durfte" war.
    Auf den Geschütz- und den Mannschaftsdecks durfte nicht geraucht werden.
    War ja schließlich alles geteert und überall Holz an Bord, wenn da ein Funke oder eine glühende Asche danebenging, dann war es das.
    Weshalb an Bord der Schiffe vor allem Kautabak zum Einsatz kam.
    (Glaube, da gibts sogar im Lavery eine Abbildung mit entsprechender Erklärung zu.)

    Edit: Im Lavery (Nelson's Navy) habe ich tatsächlich gerade noch einen kurzen Absatz gefunden:

    "Some man had clay pipes, though smoking was not allowed below decks because of danger of fire, and was generally permitted only on the forecastle. Others chewed it." (Brian Lavery 2005 [1989]: Nelson's Navy. The Ships, Men and Organisation 1793-1815, Seite 211)

    Edit Ende.




    Was die Tier betraf... Wenn gefechtsklar gemacht wurde, wurde ja alles mögliche runter in die Last geschafft, warum also nicht auch das, was an Tieren vielleicht noch da war? Die Hühner in ihren Käfigen ging sicher einfach, Ochs und Esel konnte man sicher auch irgendwo unter der Wasserlinie anbinden.
    Allerdings kann ich mir durchaus auch vorstellen, daß, wenn denn wirklich eine feindliche Flotte aufgetaucht war, diese auf einen zuhielt und die Schlacht unausweichlich wurd, daß man da tatsächlich dann eben noch die verbliebenen Tiere an Bord geschlachtet hatte. In dem Fall ja. Aber bestimmt nicht wenn z.B. eine einzeln unterwegs herumschippernde HMS Surprise vor der Küste Brasiliens liegt und gefechtsklar gemacht wird, weil irgendein Midshipman irgendwas im im morgendlichen Nebel gehört haben will.
    Geändert von Kaii Piranha (02.02.2012 um 15:31 Uhr)
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  3. #63
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Ich glaube auch das es jeweils situationsabhängig war, wie man mit den Tieren verfahren ist.

  4. #64
    Boatswain

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    In Ermangelung eines lebenden Zeitzeugen muss ich leider auf die Aussagen eines ehemaligen Artillerie Offiziers und Kurators des Artillery Museums vertrauen. Aber ich arbeite bereits daran über ein Medium Kontakt mit einem verstorbenen Gun-Captain der Bellerophon aufzunehmen.

    Nachfolgendes schreibt Caruana über geladene Geschütze an Bord.

    Zitat Caruana, English Sea Ordnance vol. II

    Since guns were normally kept loaded, this was unnecessary for the first round.

    ...........
    The gun was normally stowed inbord at sea, with the portlid closed; while in wartime the upper deck guns were kept secure but ready to fire, the lower deck guns were housed, with the quoins, stoolbed, and bolster removed, and the muzzle fully elevated and lashed to rings above.
    Grüße

    Joerg


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  5. #65
    Cointreau Amiral
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    Die Aussage findet sich auch bei Lavery:

    "The gun war normally kept loaded in wartime, with a lead 'apron' over the touch hole to prevent accidental ignition." (Nelson's Navy: 172)


    Denke mal, ist recht deutlich, daß die Kanonen normalerweise geladen waren/blieben.

    Jeden Tag abgefeuert, glaube ich aber nicht... wäre eine ziemliche Pulververschwendung gewesen.
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  6. #66
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Ich möchte einfach nochmals darauf hinweisen, dass Trafalgar 1946 erschien, womit klar sein dürfte, dass der gerade beendete Weltkrieg mit Sicherheit noch sehr präsent war. Leider lassen sich keine biografischen Daten zum Autor finden, doch er wird schon allein in seinem Bekanntenkreis viele Leute gehabt haben, die im Krieg in der Royal Navy gedient haben, er vielleicht ja auch, zieht man einmal die Themen seiner späteren Werke in Betracht (u.a. schrieb er über den Krieg im Pazifik, aber auch über die Victory und Southeys Nelson Biografie). Warum sollte er nicht auch, wie Reeman/Kent von seinen eigenen Erlebnis geprägt gewesen sein? Und es gehörte damals halt dazu, dass man zumindest die automatischen Waffen regelmäßig testete, weil man sich auf ihre Einsatzbereitschaft verlassen können musste (hab ich bei Kents Weltkriegsromanen öfter gefunden). Deshalb und auch, weil Fenwick erst durch seine späteren Werke zum Experten für unsere Zeit wurde, gehe ich davon aus, dass er für diesen Roman einfach keine Studien betrieben hat, wie das heutzutage ein Modellbauer oder damals bereits ein Historiker getan hätte.
    Freuen wir uns doch einfach an einer gut geschriebenen Geschichte, die aus dem üblichen Einerlei herausragt, weil sie uns einfach mal eine neue Perspektive eröffnete. Es ist ein Roman und als Romanautor hat man die Macht und die Möglichkeit, eigene Realitäten zu erschaffen. Das hat Fenwick hier getan.

  7. #67
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    Avatar von Thomas Burton
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    Zitat Zitat von Speedy Beitrag anzeigen
    Ich möchte einfach nochmals darauf hinweisen, dass Trafalgar 1946 erschien, womit klar sein dürfte, dass der gerade beendete Weltkrieg mit Sicherheit noch sehr präsent war. Leider lassen sich keine biografischen Daten zum Autor finden, doch er wird schon allein in seinem Bekanntenkreis viele Leute gehabt haben, die im Krieg in der Royal Navy gedient haben, er vielleicht ja auch, zieht man einmal die Themen seiner späteren Werke in Betracht (u.a. schrieb er über den Krieg im Pazifik, aber auch über die Victory und Southeys Nelson Biografie). Warum sollte er nicht auch, wie Reeman/Kent von seinen eigenen Erlebnis geprägt gewesen sein? Und es gehörte damals halt dazu, dass man zumindest die automatischen Waffen regelmäßig testete, weil man sich auf ihre Einsatzbereitschaft verlassen können musste (hab ich bei Kents Weltkriegsromanen öfter gefunden). Deshalb und auch, weil Fenwick erst durch seine späteren Werke zum Experten für unsere Zeit wurde, gehe ich davon aus, dass er für diesen Roman einfach keine Studien betrieben hat, wie das heutzutage ein Modellbauer oder damals bereits ein Historiker getan hätte.
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    Punkt.
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  8. #68
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    Ich schmeiße mal noch meine zwei Cent zum Schlachten der Tiere in den Ring: Wenn es da heißt "Jedes Mal bei Klar Schiff zum Gefecht", irritiert mich das, oder wusste die Navy um die Geheimnisse des ewigen Lebens, und sei es nur beim Schlachtvieh? Es wird ja nicht so gewesen sein, dass die nach jedem Sichten eines verräterischen Segels (das sich oft genug nur als harmloser Fischlugger entpuppte) dann zurück in den Heimathafen gefahren sind, um frisches Vieh zu holen.
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  9. #69
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    Zitat Zitat von Bonden Beitrag anzeigen
    Ich schmeiße mal noch meine zwei Cent zum Schlachten der Tiere in den Ring: Wenn es da heißt "Jedes Mal bei Klar Schiff zum Gefecht", irritiert mich das, oder wusste die Navy um die Geheimnisse des ewigen Lebens, und sei es nur beim Schlachtvieh? Es wird ja nicht so gewesen sein, dass die nach jedem Sichten eines verräterischen Segels (das sich oft genug nur als harmloser Fischlugger entpuppte) dann zurück in den Heimathafen gefahren sind, um frisches Vieh zu holen.
    Genau das ist dass was mich an der Aussage im Buch gestört hat! Aber es wurde als normale Handlung bei "Klar Schiff" dargestellt was mir eben völlig unlogisch ist.

    Ansonsten vielen Dank für dier aufschlußreichen Beiträge. Auch wenn das Fazit noch nicht so eindeutig ist. Mir leuchtet nicht ein warum die Stücke ständig geladen sein sollten, welchen Vorteil soll das bringen? Dass das tägliche Abfeuern dann sowieso abwegig ist sind wir uns ja einig.

  10. #70
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    Es war halt eine Vorsichtsmaßnahme, dass die Geschütze auch ohne Gefechtsbereitschaft geladen blieben.
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  11. #71
    Cointreau Amiral
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    Naja, wenn man großzügig ist, dann kann man die Aussage mit "Jedes Mal die Tiere schlachten" auch so interpretieren, daß das eben bei jedem Schiff passiert, das gefechtsklar macht, es also eher eine allgemeine Anweisung war und natürlich nur solange galt, solange überhaupt noch Tiere an Bord waren.

    Aber wie gesagt... das wird eh eher situationsabhängig gewesen sein.



    Und naja, die Geschütze blieben ins Kriegszeiten halt ständig geladen, vermutlich falls doch mal irgendwo irgendwann ein Feind ganz "plötzlich" auftauchen sollte, aus einem Nebel oder aus der anbrechenden Dämmerung heraus, dann war man gewappnet und mußte nicht jedesmal extra zu Sonnenaufgang gefechtsklar machen, um zumindest zurückschießen oder drohen zu können, wenn da ein Feind auf einmal neben einem lag.

    Aber das ist jetzt eher meine Spekulation... wäre eher einen eigenen Thread wert bei Klärungsbedarf.
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  12. #72
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    Gerade sah ich ein Bild inder wunderbaren Fotogalerie der Cons und musste sofort zurück an die Diskussion hier denken, was die "Bullaugen" angeht.

    Als was würdet ihr das hier klassifizieren ? (Nr. 08_06_007885)
    Kommandant von H.M. Sloop Snake

    I will be a hero.
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  13. #73
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    Hmm ... Speigatt?
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  14. #74
    Commander
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    Aye, aber die liegen doch sehr tief für's Geschützdeck, oder nicht ?

    Man vergleiche die Höhe der Laffette, die oben zu sehen ist mit der Stellung der Geschütze im Deck.
    Kommandant von H.M. Sloop Snake

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