Traditioneller Royal Navy Toast für den heutigen
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  1. #1
    Commodore 1st class
    Avatar von Alderian
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    Groothus, Ole - Husaren der See (Band 1)


    ISBN-10/ASIN: 3548280951


    So, mit meiner Mittagspausenlektüre bin ich heute fertig geworden. Der Roman liest sich gewohnt leicht und flüssig. Die Charaktere gefallen mit ihren kleinen Eigenheiten, der Witz des Buches ist auch wieder einmalig genial.

    Auch die Zeit (Siebenjähriger Krieg) ist eine Epoche, die man ja eher weniger beschreibt, auch die wundervoll gewählt.

    Der Liebhaber der See muss sich jedoch ein paar Seiten gedulden, dies ist natürlich der Handlung geschuldet, aber auch die Passagen an Land sind wahrhaft köstlich!

    Somit gibt es von .

    Teil 2 darf noch etwas warten, steht aber auch auf "der Liste".
    "If there are ladies present, gentlemen should be also!" - Major Richard Sharpe

  2. #2
    aga of the fleet Avatar von Sir Walter Stirling
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    Vor ein paar Monaten gelesen, kann ich mich Alderian voll anschliessen.
    Schöne Reihe.
    Wann kommen die nächsten Bände?

    Ihr Diener
    Hier steckt der Aga drin!

    John Duckworth: „Besamsegel brassen; lasst ein Boot runter, ein Schwein ist über Bord gegangen. Mein Schwein – Schwein ersäuft“.
    „Es ist unser Schwein!“ stammelt der Kadett
    Was – Was! Ihr Schwein: Kurs halten ... wegen eines Schweines dürfen wir doch kein Menschenleben gefährden...“

  3. #3
    Lord of the Board
    Avatar von Sir Amoi
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    SW: Knight Errant
    Wie wir wissen, liegts nicht am Schreiberling selbst, dass der nächste Band auf sich warten lässt. Ich hoffe, dass sich da bald eine akzeptable Lösung für ihn auftut und der neue Band dann auch den Weg in unsere Bücherregale findet.
    "Jede Drüppen hölpt" see de Pismieg un pinkel in't Watt.

    BRITONS!
    Fear GOD, Fear SIN, And Then
    Fear Nothing.


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    Die Amazon-Funktion des Forums arbeitet nur mit 10-stelligen ISBN/ASIN-Nummern korrekt.

  4. #4
    aga of the fleet Avatar von Sir Walter Stirling
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    Preussen
    Klar weiss ich das...
    Sieh es als Stossgebet...

    Ihr Diener
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  5. #5
    Scourgeous Seaman Avatar von Ned
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    Adam Zamoyski: 1812
    Säh, hab auch durch. Wie vom Quincelshausen gewohnt ein starker erster Band, der sich praktisch von selbst liest. Die setting ist toll und die Idee der getränten Zwillinge hat echt was. Ich überlege schon ernsthaft, den zweiten Band aus 2013 in den kommenden Sommer vorzuziehen - das will was heißen. Ich finde wie beim Turner die Einordnung in die europäische Geschichte interessant und gut recherchiert, da war der Autor fleißig und wirkt auch nicht belehrend.
    Das übliche Ned-Gemäkel darf nicht fehlen: Dem Lektoren sind recht häufit die Karls und Franz durcheinandergekommen, die Namen sind mir etwas zuu lautmalerisch.
    Merkwürdig: Ich hatte beim Lesen den Eindruck, mich an Bord von Schiffen der Revolutionskriege statt des Siebenjährigen Krieges zu befinden - ich kann den Eindruck allerdings an nichts festmachen. *verwirrt*.
    Fazit: Das Buch ist was für laue Sommerabende auf der Terrasse, am Strand und auf Reisen und hat m. E. - und das ist durchaus positiv und nicht abwertend gemeint - das Zeug zum Jugendbuch (und Einstiegsdroge.)
    Ganz großes Kino ist übrigens wieder die Jantjesprache, die unser Autor so großartig beherrscht und die in den Szenen auf See nochmal doppelt authentisch wirkt. Das ist in meinen Augen die ganz ganz große Stärke von unserem Master, an die (vielleicht) noch der POB und der Holzmann rankommen, aber dahinter ist ehrerbietiges Schweigen...
    Avoid making dirt!

  6. #6
    Pacific Voyager Avatar von Cpt Mike
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    CIC -regulations
    Vorgestern nach langer (Land) Reise wieder in den Heimathafen zurueckgekehrt, da wartete in der Post das Buecherpaket aus Falkensee.

    Den ersten Band quergelesen und bin ueberzeugt: Gutes Buch, auch als Jugendbuch geeignet, weil es europaeische Geschichte in leicht lesbarer Form an den (Jung) Mann oder Frau bringt. Auch die Geografie ist gut recherchiert.

    Eine pfiffige Idee und ein intelligentes Plot, oder Pattern und eine ordentliche Brise subtilen Humor.

    Fast auch ein ordentliches Lehrbuch der Seemannschaft!


    Einige Schwachpunkte im Detail werde ich mit dem Meister persoenlich besprechen.

    Was mich stoert ist die literarische Entschuldigung bei den Litauern im Nachwort. Das duftet doch sehr nach den Kotau die man heute noch in DL gegenueber einer an Kopfzahl wieder zunehmenden Bevoelkerungsgruppe schuldig zu sein scheint. Wir entschuldigen uns doch nicht bei den Schweden oder Oesterreichern wenn wir ueber die Graeuel der Kaiserlichen oder Schweden waehrend des 30-Jaehrigen Krieges schreiben. Oder ist das auf dem Tisch des Lektors gewachsen??

    Die Dialoge der beiden Kornetts mit ihren Stallknechten scheinen etwas zu abgehoben. So sprachen pommersche/neubrandenburgische Bauernjungs nicht.


    Vorab: Ich habe ueberhaupt nichts gegen gelungene Liebesscenen, im Gegenteil. Aber dass die (nicht Leibeigenen) brandenburgisch-franzoesisch-englischen Maedels alle schnell bereit waren mit den Kornetts ins Bett zu gehen ist sehr unrealistisch. (Selbst wenn es etwas 'fuer die Aussteuer' dafuer gab.)
    Gerade die der doerflichen Bevoelkerung wussten, dass sie mit einem 'Balg' niederkommen wuerden und ohne verheiratet zu sein war das in Dorf und Stadt ein grosses Problem und eine Schande fuer eine Frau. (Als Verhuetungsmittel war nur der Apfel bekannt. Und bei der alten Frau wollten sie nicht verbluten!)

    Insgesamt: Vier Sterne.
    Bin gespannt auf den 2 und 3. Band.

    Ihr Diener
    Cpt Mike
    Geändert von Cpt Mike (23.04.2012 um 06:14 Uhr)
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    "Suum quaeque in annum referre! Tacitus

  7. #7
    Pacific Voyager Avatar von Cpt Mike
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    CIC -regulations
    Zitat Zitat von Ned Beitrag anzeigen
    Merkwürdig: Ich hatte beim Lesen den Eindruck, mich an Bord von Schiffen der Revolutionskriege statt des Siebenjährigen Krieges zu befinden - ich kann den Eindruck allerdings an nichts festmachen. *verwirrt*.
    Das liegt vielleicht daran dass die beschriebene Navigation in dieser Form erst 50 Jahre spaeter auftrat.
    Ihr Diener
    Cpt Mike
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  8. #8
    Segelmeister
    Avatar von paul.quincy
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    Eine Kopfjagd
    Nur kurz ein Wort zu den Litauern. Dieser Volksstamm stand in in den preußischen Ostprovinzen in einem denkbar schlechtem Ruf. Überfälle u.a. mit Menschenraub und Verkauf dieser Unglücklichen als Sklaven bis in den Orient werden kolportiert. Nachdem ich während der Glasnostzeiten aber mehrere litauische Segelkameraden (ausgezeichnete Segler!) näher kennengelernt habe, hatte ich das Gefühl, mich bei ihnen entschuldigen zu sollen, daß ich ihren Vorfahren die Rolle der bösen "Indians" übergeholfen habe.
    Was die Verhütungsmittel angeht, so waren den Kräuterweiblein so einige Mitelchen bekannt, die wohl ziemlich unbestritten ihre Aufgabe erfüllt haben. Die Geschichte von Berlinchen beruht auf Tatsachen. Die Neumark war nie ein reiches Land, aber nach der Verwüstung durch die Russen herrschte bitterste Armut. Wer genau liest wird feststellen, daß der Wirt durchaus seine moralischen Bedenken hat, aber die Mädchen letztlich auch versteht. Ohne Mitgift - keine Heirat!
    Vertikal- und Höhenwinkelmessung waren in den Genietruppen durchaus gänige Methoden und Kapitän de Vries ist als aufgeschlossener Ostindienfahrer ganz gewiß mit den Rechenkünstlern des Orients in Berührung gekommen. Was später Allgemeingut in Europa wurde, kann schon viel früher im Morgenland praktiziert worden sein.

    Was die Sprache der beiden Knechte angeht, hat Cpt Mike im Prinzip Recht, aber man darf nicht vergessen, daß die beiden seit Jahren mit Peter und Paul auf das Engste zusammenlebten und sich daher ihre Sprache angepaßt hat. Papageienprinzip...
    The past is not dead. In fact, it's not even past

  9. #9
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Tödliches Riff
    Ist schon klasse, wie hier der direkte Austausch zwischen Autor und Leser stattfindet.
    Sobald ich mich (bzw. meine Kasse) von den Folgen meines Umzugs erholt habe, werde ich wohl nicht umhin können, mir selbst endlich selbst mal ein Bild von den schriftstellerischen Fähigkeiten meines Lieblingsübersetzers zu machen.

  10. #10
    Scourgeous Seaman Avatar von Ned
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    Adam Zamoyski: 1812
    Zitat Zitat von Cpt Mike Beitrag anzeigen
    Fast auch ein ordentliches Lehrbuch der Seemannschaft!
    Einige Schwachpunkte im Detail werde ich mit dem Meister persoenlich besprechen.
    Am fachlichen Diskurs wäre die verwirrt-staunende Leserschaft durchaus ebenfalls interessiert. (Und um das mit dem Apfel verstehen zu können, bin ich wohl zu ultramontan - oder sollte der auf Höhe Leibesmitte stecken?)
    Und verstehe ich richtig, dass Horizontal- und Vertikalwinkelmessung in den 1760ern noch nicht gängige Praxis der Seefahrer waren? (*jetzt verblüfft*) Hatten die denn dann andere Methoden zur Abstandsbestimmung außer den Herren Pi und Daumen?
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  11. #11
    Pacific Voyager Avatar von Cpt Mike
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    CIC -regulations
    Zitat Zitat von paul.quincy Beitrag anzeigen
    1. Was die Verhütungsmittel angeht, so waren den Kräuterweiblein so einige Mitelchen bekannt, die wohl ziemlich unbestritten ihre Aufgabe erfüllt haben.


    2. Vertikal- und Höhenwinkelmessung waren in den Genietruppen durchaus gänige Methoden und Kapitän de Vries ist als aufgeschlossener Ostindienfahrer ganz gewiß mit den Rechenkünstlern des Orients in Berührung gekommen. Was später Allgemeingut in Europa wurde, kann schon viel früher im Morgenland praktiziert worden sein.
    zu1. Das mit den Kraeuterweiblein ist nur ein Maerchen. Die wuerden, bei Verfuegen ueber entsprechende Mittel, sonst alle nach Berlin gezogen und reich geworden sein.
    Und mit Balg erst recht keine Heirat in Preussen, die 'Fruchtbarkeitsprobe' gab es nur in Bayern (und Polynesien).

    zu 2. Der Orient kannte ueberhaupt keine exakten Winkelmessgeraete, man benutzte das Kamal, welches auf +/- 1 Grad (also 2Grad) genau ist.
    Und was bei den Genietruppen schon moeglich war, funktionierte auf See noch lange nicht.
    Horizontalwinkel waren bekannt auf See, wurden auch benutzt (Schliesslich ergibt jede Peilung einen Horizontalwinkel), dabei kommt es aber nur auf Grade an Genauigkeit an. Bei der Hoehenwinkelmessung kommt es, bei diesen Distanzen und nur 20-60m hohen Objekten (die Kliffs bei Moen), und diese noch mit der Haelfte unter der Kimm auf zehntel Minuten an. Das machte der damalige Oktant nicht. Ausserdem war die Refraktion in der Ostsee-Ansteuerung durch Temperaturunterschiede meist groesser als der Messwinkel.

    Ihr Diener
    Cpt Mike
    Geändert von Cpt Mike (23.04.2012 um 21:57 Uhr) Grund: Rechtschreibung
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  12. #12
    Pacific Voyager Avatar von Cpt Mike
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    CIC -regulations
    [/QUOTE]Am fachlichen Diskurs wäre die verwirrt-staunende Leserschaft durchaus ebenfalls interessiert. (Und um das mit dem Apfel verstehen zu können, bin ich wohl zu ultramontan - oder sollte der auf Höhe Leibesmitte stecken?)
    Und verstehe ich richtig, dass Horizontal- und Vertikalwinkelmessung in den 1760ern noch nicht gängige Praxis der Seefahrer waren? (*jetzt verblüfft*) Hatten die denn dann andere Methoden zur Abstandsbestimmung außer den Herren Pi und Daumen? [/QUOTE]

    Dr Sir, Ed,

    zu 1 Der Apfel als Verhuetungsmittel wirkt folgendermassen: Anstatt. Also anstatt zu..... einen guten Apfel essen.

    zu 2. Siehe meine Antwort zu Monsieur Groothus.
    Diese Moeglichkeiten waren theoretisch vorhanden, auch bekannt, aber Hoehenwinkelmessung mit Fuss des Peilobjekts unter der Kimm ist extrem ungenau trotz der exact anmutenden Formel. besonders, weil es wirklich auf 1/10 Minuten ankommt, und es funktioniert eigentlich nur unter idealen Verhaeltnissen, mit (heute) einem guten Spiegelteleskop am Sextanten.

    Die damaligen Fernglaeser am Oktant, wenn es schon so etwas gab, 1760 (Mein Antiker ist von 1835, beste englische Ware von Cookes, aber die Fernrohre haben alle eine starke Verzerrung) hatten alle zu viel Abberation.

    Wenn man 1957 (!) im Golf von Mexico stand und den Pico de Orizaba ueber Veracruz in 30nm Abstand in der Hoehe mass, so war das eine Sache auf +/- 4 Meilen Genauigkeit.

    In der Nord/Ostsee war das sowohl vom Seegebiet her als auch von der zu erwartenden Genauigkeit absolut unsinnig.

    Und so wie der Cpt de Vriess beschrieben wird, hatte er auch die Faehigkeit, die ich Mr Groothus zutraue und die auch ich erworben habe: Entfernungen in bekanntem Seegebiet auf +/- 2nm genau zu schaetzen. An den Farbenuancen des Landes, der Silhouette und dem Auftauchen in der Kimm.

    Dazu muss gesagt werden, dass die Hoehe der meisten Objekte an Land damals ja garnicht genau bekannt war.

    Exacte Leuchtfeuerverzeichnisse gab es erst viel spaeter. Und wie im Buch richtig berichtet wird, man war froh, ueberhaupt eine Muehle oder Kirche in der Karte eingetragen zu sehen. Wie exact deren Standort war sei auch dahingestellt.

    Ihr Diener
    Cpt Mike
    Geändert von Cpt Mike (23.04.2012 um 22:00 Uhr)
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  13. #13
    Admiral of the Fleet (11.341) Avatar von Bonden
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    SW: Knight Errant
    @paul.quincy: Du sprachst vor einiger Zeit mir gegenüber von den "weißen Elefanten", die wir Bolithos in diesem Genre sind. Nun hörst Du sie mal kräftig Törööööö! machen.
    Aber das große dreifach große Mammut wird zurück trööööten, da bin ich mir sicher!

    Und nun ernsthaft: Ist das mal eine schöne Diskussion! Ganz ehrlich! Ich lehne mich dann mal wieder entspannt zurück und genieße...
    Non fare il pirito piú grande del culo.



  14. #14
    Pacific Voyager Avatar von Cpt Mike
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    CIC -regulations
    Zitat Zitat von Bonden Beitrag anzeigen
    Aber das große dreifach große Mammut wird zurück trööööten, da bin ich mir sicher!

    Und nun ernsthaft: Ist das mal eine schöne Diskussion! Ganz ehrlich! Ich lehne mich dann mal wieder entspannt zurück und genieße...
    Monseur,

    Meinen Kommentar habe ich nicht als Schlagabtausch fuer Zuschauer oder zur Haeme ins Forum gestellt.

    Ich will einerseits sachlich etwas klarstellen und andererseits dem Leser etwas zu denken geben. Referre annum!

    Die weitere Diskussion findet meinerseits mit dem Autor per email statt.

    Ihr Diener
    Cpt Mike
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  15. #15
    Admiral of the Fleet (11.341) Avatar von Bonden
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    SW: Knight Errant
    Zitat Zitat von Bonden Beitrag anzeigen
    Und nun ernsthaft: ...
    @Cpt Mike: Was meinst Du wohl, warum ich das geschrieben habe?

    Da liegt Deinerseits wohl ein tüchtiges Missverständnis vor.
    Non fare il pirito piú grande del culo.



  16. #16
    aga of the fleet Avatar von Sir Walter Stirling
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    Preussen
    Ich würde auch sagen Mike, das du da etwas falsch verstehst. Die Diskussion ist gut und gibt weitere Einsichten in das Buch hinter dem Buch, die wir ohne Deine Kommentare nicht sehen würden.
    Also bitte hier weitermachen. Danke.
    Und nur so ist Bondens Kommentar zu verstehen gewesen...

    Just my 2 cents....

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  17. #17
    Segelmeister
    Avatar von paul.quincy
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    Eine Kopfjagd
    Liebe interessierten Bolithos,

    wenn sich Mike und ich über läßliche Kleinigkeiten austauschen, geht es zumeist um das Anspitzen Von Mäuseködeln. Ein typisches Beispiel ist die Vertikalwinkelmessung. Natürlich würde ich nie auf die Idee kommen, die zwar durchaus beeindruckenden Kreidefelsen von Möen zur Abstandsbestimmung zu benutzen- noch dazu Fuß unter. Aber wie Mike ja richtig erkannt hat, verstecke ich im Text kleine Lexionen über Seemannschaft bzw. Navigation. Grundsätzlich stand den Navigateuren nur der Kompaß zum Peilen und das Lot zur terrestrischen Ortsbestimmung (Ob) zur Verfügung. Die Lösung der Pothenosche Aufgabe durch Vertikalwinkelmessung ist zwar, wie Mike richtig festgestellt hat, auch mit dem Kompaß möglich, aber die ersten Oktanten bzw. Sextanten von Hadley und Godfrey ermöglichten noch keine exakte Ablesung zwischen den Graden. Das vermochten erst die Geräte mit Nonius von Ramsden und Dolland (Mike, Du hättest Dir ein Dollondglas kaufen sollen, die sind farbrein, weil mit Flintglaslinsen bestückt!) am Ende des 18. Jhr. Zurück zu Möens Klint. Ich hätte natürlich Kapitän de Vries auch eine lange Story rollen lassen können wie er in Asien (oder bei Annäherung an den Teide auf Teneriffa) den Abstand bestimmt hat, habe mir dann aber ganz frech die dichterische Freiheit genommen, das Prinzip an dem Kreidefelsen zu erklären. Auch habe ich nie behauptet, daß die Araber mit Sextanten gearbeitet haben, sondern nur daß die Orientalen incl. Inder über das mathematische Rüstzeug zur Berechnung trigonometrischen Funktionen verfügten. Dasselbe gilt für die Artilleristen. Fridericus Rex gingen junge Artillerieoffiziere auf den Geist. Um sie loszuwerden, stellte er ihnen die Aufgabe, die Entfernung feindlicher Geschützstellungen zu festzustellen. Er erwartete, daß sie sich an die feindlichen Stellungen heranarbeiten müßten usw. Nach kurzer Zeit wurden die jong Kerls aber wieder vorstellig und überreichten ihm die gewünschten Ergebnisse. Seine erstaunte Nachfrage ergab, daß sie das Problem rechnerisch gelöst hatten. Das hat seine Laune nicht verbessert.

    Über die Kräuterweiblein gibt es so umfangreiche Literatur, daß man nun wirklich nicht sagen kann, daß es sich um Märchen handelt.
    Ein paar Beispiele: v. Fabrice "Lehre von der Kindesabtreibung" 1868 / Ploß "Geschichte der K.A." 1883 / Reich "Geschichte und Gefahren der Fruchtabtreibung" 1885 / Brenning "Die Fruchtabtreibung durch Gifte und andere Mittel"

    Es gab folgende Methoden:
    1. Einläufe nach dem GV bzw. nach Feststellung der Schwangerschaft mit Seifenlösungen - Alkohol - Kochsalzlösungen - Kaliumpermanganat.
    2. Einnahme von Kräutersud hergestellt aus Secale cornutum (Mutterkorn), Thuja occidentalis, Rainfarn, Angelika (sic!), Arnika, Aloe, Salbei, Petersilie.

    Entscheidend war, daß das Mittel nicht nur vergiftend wirkte, sondern gleichzeitig auch Wehen- und Blutungsauslösend wirken mußte. Es ist klar, daß alle diese Prozeduren nicht nur das ungewollte Kind töteten, sondern auch die Gesundheit der Mutter beschädigen - möglicherweise bis zum Exitus! Es hing von der Erfahrung der Engelmacherin ab. daß die Nebenwirkungen so gering wie möglich blieben. "Dosis facit venenum".
    Die von mir geschilderten Abtreibungsmethoden waren von Italien bis Norwegen bekannt, daher musste kein Kräuterweiblein extra nach Berlin ziehen, da gab es schon genug von ihrer Sorte.

    Übrigens, Mike, my dear old chap, bin ich auch der Meinung, daß die Bolithos nicht hämisch darauf lauern, daß wir uns coram publicum zerfleischen, sondern mit gespitzten Ohren lauschen , ob sie nicht noch etwas Honig aus unserem senilen Geplauder saugen können. Gönnen wir ihnen den Spaß.

    Quincy
    Geändert von paul.quincy (25.04.2012 um 16:05 Uhr)
    The past is not dead. In fact, it's not even past

  18. #18
    aga of the fleet Avatar von Sir Walter Stirling
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    Preussen
    Zitat Zitat von paul.quincy Beitrag anzeigen
    ...
    Übrigens, Mike, my dear old chap, bin ich auch der Meinung, daß die Bolithos nicht hämisch darauf lauern, daß wir uns coram publicum zerfleischen, sondern mit gespitzten Ohren lauschen , ob sie nicht noch etwas Honig aus unserem senilen Geplauder saugen können. Gönnen wir ihnen den Spaß.

    Quincy
    du sagst es.
    Wir sehen es nur gerne wenn Feinde des Königs von unseren Breitseiten zerfleischt werden... oder so.

    Danke für die weiteren Erhellungen.

    Ihr Diener
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  19. #19
    Admiral of the Fleet (11.341) Avatar von Bonden
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    @Quincy: Gut gebrüllt, Löwe!
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  20. #20
    Pacific Voyager Avatar von Cpt Mike
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    Zitat Zitat von paul.quincy Beitrag anzeigen

    1. Vertikalwinkelmessung ist zwar, wie Mike richtig festgestellt hat, auch mit dem Kompaß möglich,

    2.Über die Kräuterweiblein gibt es so umfangreiche Literatur, daß man nun wirklich nicht sagen kann, daß es sich um Märchen handelt.
    Ein paar Beispiele: v. Fabrice "Lehre von der Kindesabtreibung" 1868 / Ploß "Geschichte der K.A." 1883 / Reich "Geschichte und Gefahren der Fruchtabtreibung" 1885 / Brenning "Die Fruchtabtreibung durch Gifte und andere Mittel"

    3.Übrigens, Mike, my dear old chap, bin ich auch der Meinung, daß die Bolithos nicht hämisch darauf lauern, daß wir uns coram publicum zerfleischen, sondern mit gespitzten Ohren lauschen , ob sie nicht noch etwas Honig aus unserem senilen Geplauder saugen können. Gönnen wir ihnen den Spaß.
    Quincy
    Zu 1. So einen Schwachsinn habe ich nie behauptet. Wie soll das denn funktionieren????

    Ich habe ua einen alten Sextanten mit Silbernonius und Lupe. Die Genauigkeit des Nonius oder der Spiegel ist auch nicht das wahre Problem, sondern die Messung eines derartig kleinen Winkels ueber See !! in der Kimm!! ist von der Refraktion und dem Fernrohr so ueberlagert, dass das Messergebnis zu 40% verfaelsch wird. Und Du weisst das auch. Also versuche Dich nicht herauszureden sondern sag einfach mal "'Ja', Beispiel am falschen Ort!!"

    Zu 2 Es gibt Tonnen von Buechern ueber Alchemie, dennoch funktioniert das Goldmachen nicht. Wenn eine Abtreibung nach obigem Muster dennoch funktionierte, so war das keine Schwangerschaft.
    Ausserdem wollten die Abtreiber auch Geld sehen. somit war der magere Verdienst der Maedels dahin. Also, besser den Apfel.

    Zu 3 Ok, wenn gewollt, siehe naechsten Beitrag.

    Ihr Diener
    Cpt Mike
    Geändert von Cpt Mike (25.04.2012 um 19:29 Uhr)
    @(c R<K A9n A<5\95 0c\K95 gKc0<\K5 AK9\<(9K<`++<B,cK<


    "Suum quaeque in annum referre! Tacitus

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