[QUOTE=paul.quincy;61377]Dear Speedy,
Turners Abenteuer spielen - bisher - während des amerik. Unabhängigkeitskriegs. No Subbie! /QUOTE]
Schon klar, denn die gab es da ja noch nicht.
[QUOTE=paul.quincy;61377]Dear Speedy,
Turners Abenteuer spielen - bisher - während des amerik. Unabhängigkeitskriegs. No Subbie! /QUOTE]
Schon klar, denn die gab es da ja noch nicht.
Also ich denke auch, dass die Seniorität innerhalb eines Ranges immer beachtet wurde, was ja dann zu dem grotesken und stereotypen Ergebnis führt, dass oft dienstalte, aber unerfahrene Leutnants unseren Helden rangmäßig vorgehen...
"If there are ladies present, gentlemen should be also!" - Major Richard Sharpe
Das ist ja der Grund warum Turner im 5. Bd auf Druck von Mr Smith vom Admiral Antigua widerstrebend zum Commander befördert wird, damit der Kommandant des zweiten Schiffs des Savannahunternehmens - ein bemoster Leutnant - unter ihm dienen kann.
The past is not dead. In fact, it's not even past
Ich finde, wir sind hier immer noch ganz richtig bei den Stereotypen der maritimen Literatur, ob es sich nun um Sturm und fliegende Schiffstrümmer, um Seeschlachten oder die Hauptprotagonisten handelt (diskutiert am konkreten Beispiel, inwieweit die Stereotypen von der Realität angeschoben werden)
Von mir aus kein neuer Fred nötig!
Ihr sagt also, auch die Bootsszene im Seewolf ist realistisch? Donnerwetter!
Wie ich das beschrieben hätte?
Ich würde mich tunlichst hüten, so ´was zu beschreiben, ohne mehr Erfahrung damit zu haben!... erste, spontane Idee dazu aber: Noch einen Satz einschieben, wieviel Mühe, Kraft, schmerzende Muskeln u. ä. es kostet, dieses Boot kieloben an Deck zu bekommen.
Ohnehin muss man die Szene "länger" beschreiben, als sie in Echtzeit dauern würde.
Jack London war sich für Stereotypen bekanntermaßen nicht zu schade. Aktuell lese ich grade
ISBN-10/ASIN: 9783768831819
also das. Er soll die etwas unprofessionelle Angewohnheit gehabt haben, seine Texte nie zu überarbeiten. War er stolz drauf. 1000 Worte pro Tag, um seine (nicht grade geringen) Lebenshaltungskosten zu decken. Ging alles in der ersten Version raus.
Ich halte es da lieber mit Masefield, auch selbst zur See gefahren, dessen "Orkan" leider nur noch antiquarisch zu haben ist. Er beschreibt die haarsträubendsten Geschehnisse, stilistisch auch nicht immer so elegant (es gibt, zumindest in der dt. Übersetzung etliche Wortwiederholungen) - aber ich habe immer den Eindruck:
Ja, so würde es wirklich sein.
Bin halt ein Realitätsfreak bei Büchern.
Geändert von Elaine (20.01.2012 um 18:31 Uhr)
Wann immer ich bemerke, dass ich um den Mund herum grämlich werde; wann immer in meiner Seele nasser, niesliger November herrscht; wann immer [...] nur starke moralische Grundsätze mich davon abhalten können, mit Vorsatz auf die Straße zu treten und den Leuten die Hüte runterzuschlagen – immer dann ist es höchste Zeit, sobald ich kann zur See zu gehen.
Herman Melville, Moby Dick
Ich muß Speedy hier mal beipflichten, ich bekomme ebenfalls regelmäßig Magenkrämpfe, wenn ich immer und immer wieder lesen muß, daß ein Kapitän oder gar ein Admiral persönlich unbedingt jedes Landungsunternehmen selber führen muß.
Innerhalb einer gewissen Lebenszeiterfahrung mag das ja ab und an noch angehen, also nicht zu unerfahren, aber doch immer noch recht jung und niedrig in Rang und Seniorität.
Irgendjemand im Forum 1.0 schrieb an einer Stelle zu dem Thema mal: "Das waren immerhin hochgezüchtete Führungspersönlichkeiten."
Also, die verheizte man nicht einfach so in irgendwelchen relativ unwichtigen Landungsunternehmen, wenn sie noch Glück im Unglück gehabt hätten und überlebten, würde man ihnen bestensfalls noch grobe Fahrlässigkeit und Profilierungssucht nachsagen können.
Natürlich finden unsere bekannten Autoren, immer wieder irgendwelche jedesmal natürlich sehr logisch erscheinende Gründe, warum unbedingt sein Held nun unbedingt persönlich mit dabei sein muß, da gerade dieser als einziger die Gegend kennt, als einziger die Erfahrung hat, als einziger Messerwerfen, seinen Superhund wiederauferstehen lassen oder als einziger die Bramstenge mit nur einer Hand bergen kann.
Wobei mir persönlich die Romane über Geschwader/Flottengeschehnisse mit am besten gefallen, so daß z.B. POBs "Mauritius Command" oder "H.M.S. Surprise" (wegen des Geschwader"gefechts" gegen Linois), Foresters "Kommodore" oder auch Kents "Galeeren in der Ostsee" mit zu meinen Lieblingsbüchern zählen. Wie übrigens auch Hornblowers Dienst in der Blockadeflotte vor der französischen Atlantikküste, die Ankündigung des Flottenchefs, über Winter auf See zu bleiben... Hornblowers Kreuzen bis zum letzten Tropfen Wasser, ehe er dann doch zurück muß - herrlich!
Einzelschiffgeschichten oder Landungsunternehmen locken mich da nicht soo sehr hinterm Ofen vor (auch wenn ich sie natürlich auch gerne lese), ich bin da mehr der Schiffeverschieber-Lesertyp...
"You need an antagonist in a story, don't you?"
- "Though of course the best stories are about co-operation"
"The safest stories, the fashionable ones."
Storry-telling on Earth of enlightened consciousness might mainly be about harmony and co-operation, partnership, sharing, custodianship of ravaged ecosystem, the overcoming of abstacles. About correctness of heart, loving awareness, the rapport of brown and black and white, male and female, people and animalkind
(I. Watson: Lucky's Harvest)
Merkst Du, daß du Dich da selbst ins Knie schießt, mon cher ami. Eben weil diese Möglichkeiten schon von anderen Autoren abgegrast worden sind, muß man sich etwas Anderes einfallen lassen. Vergiß nicht, daß Hornblower in dem von dir geschilderten Buch auch ein spektakuläres Landungsunternehmen durchführt, das zweifellos einen der Höhepunkte des gesamten Buches darstellt.
Für mich als ollen Seemann gelten außerdem die folgenden Regeln: 1. an Land ist es schöner als an Bord und 2. geführt wird von vorne! Letzteres ist kein billiger Trick, um den "Helden" aufzuwerten, sondern das preußische Führungsprinzip!
The past is not dead. In fact, it's not even past
Ja, der Fall ist eindeutig - zwei Leutnants in Kommandantenstellung - da zählt wieder die Seniorität. Aber Leutnants mit Kommando waren an sich ja eine ähnliche Besonderheit, wie Flaggs. Vielleicht mache ich doch mal einen extra Beitrag auf...
Tante Edit sagt:
Hier geht es dazu weiter.
Geändert von George Bentinck (18.01.2012 um 18:39 Uhr)
George N. W. Cavendish-Bentinck
Captain R.N. (M.O.R.N.)
HMS London (98)
Nein, es sind ja leider viel zu wenige Autoren, die das Thema bereits vernünftig angegangen haben oder gar ihren Held auch noch als Admiral das haben tun lassen, was ein Admiral normalerweise tat.
Hornblower führt natürlich auch Landungsunternehmen durch, in besagtem Buch allerdings befindet er sich noch in dem von mir oben altersmäßig angerissenen Zeitraum (erfahren genug um es führen zu können, noch jung genug, daß sein Verheizen eher zu verschmerzen wäre). Später, im Lord, läßt er dann ja auch Bush vernünftigerweise das Unternehmen flußauf führen.
Das mochten die ollen Preußen so gesehen haben, ich schließe mich dem nicht an (auch wenn das Rheinland mal preußische Provinz war).
Geführt wird von hinten alleine, um den Überblick zu wahren und den Ausfall der für sämtliche gegenwärtigen und zukünftigen Maßnahmen wichtigen Führungsköpfe so unwahrscheinlich wie möglich zu machen. Was nicht hieß, daß sich die Führungsmannschaft nicht ebenso wenn nötig in den Kampf werfen sollte ("Nichts befehlen, was man nicht selber bereit ist zu tun."), aber ihre Aufgabe war in erster Linie, im Hintergrund zu stehen, zu planen, zu reagieren und Befehle zu erteilen, damit die Sache (weiter)läuft.
"You need an antagonist in a story, don't you?"
- "Though of course the best stories are about co-operation"
"The safest stories, the fashionable ones."
Storry-telling on Earth of enlightened consciousness might mainly be about harmony and co-operation, partnership, sharing, custodianship of ravaged ecosystem, the overcoming of abstacles. About correctness of heart, loving awareness, the rapport of brown and black and white, male and female, people and animalkind
(I. Watson: Lucky's Harvest)
Du machst da einen kleinen Denkfehler, mon ami. Die sogenannten Truppenoffiziere (Leutnante, Hauptleute) führten immer von vorne! Nur die Stabsoffiziere - in erster Linie die Generäle samt Stab hielten sich auf dem Feldherrnhügel auf, d.h. das auch Majore und Oberste im Feuer standen.
The past is not dead. In fact, it's not even past
Ja, um die ging es ja auch, der Captain, selber ja ein Stabsoffizier, schickt seine Leutnants wohlweislich voraus an Land.
Er selber wohlgemerkt muß nur noch lange genug überleben, um irgendwann befördert und Admiral werden zu können, seine Leutnants hingegen warten nur so auf die klitzekleinste, evtl. nie kommende, Gelegenheit, ihr Können zu beweisen und zum Commander aufsteigen zu können. Da wäre ich als Leutnant auch schon einigermaßen krätzig, wenn mein Captain ständig die Landeunternehmen selber führen wollen würde.![]()
"You need an antagonist in a story, don't you?"
- "Though of course the best stories are about co-operation"
"The safest stories, the fashionable ones."
Storry-telling on Earth of enlightened consciousness might mainly be about harmony and co-operation, partnership, sharing, custodianship of ravaged ecosystem, the overcoming of abstacles. About correctness of heart, loving awareness, the rapport of brown and black and white, male and female, people and animalkind
(I. Watson: Lucky's Harvest)