Das Buch wurde in einfacher Sprache geschrieben und ist flüssig zu lesen. In den ersten Kapiteln plätschert die Handlung nur vor sich hin, es beginnt schließlich mit dem Tagesablauf des Gouverneurs. Crichton hat die ländlichen Gepflogenheiten im 17. Jh. wohl gut recherchiert, denn seine Beschreibung ist gut nachvollziehbar. Hier stoße ich bereits auf mekwürdiges: Die Paste, mit der sich der Herr die Zähne putzt, besteht z.T. aus
zerriebenem Kaninchenkopf. Ist das wirklich so gemeint, wie es da steht?
Hunter selbst, dem wirklich alles gelingt, tritt erst im 6. von 38 Kapiteln eingeführt auf. Allmählich nimmt die Handlung dann an Fahrt auf, als Hunter mit seinen Schergen im zweiten Teil sich auf den Weg zur Kaperung der Galeone macht. Naja. Dann werden sie von einem größeren spanischen Kriegsschiff, mit dem brutalen Spanier (8tung Klischee

) an Bord, aufgebracht. Hier werden die Stückpforten als "Geschützscharten" bezeichnet, wohl ein Übersetzungsfehler. Aber die Flucht gelingt spektakulär. Als Hunter später bei Nacht und von Land aus die Kanonen der Festung unschädlich machen will, gelingt das Laden der Geschütze lautlos! Die Galeone wird mit ihren 50 Kanonen, aber nur 32 an Bord, wegen des Laderaums, mit ihrer Größe als Linienschiff 3. Ranges bezeichnet. Ich weiß, dass sich die Rangeinteilung zu der Zeit erst entwickelte, aber ist das korrekt?
Schließlich steht auf Seite 194: "Gerade mal 8 Knoten, wir müssten doppelt so schnell sein." Das erschient mir für so ein Schiff allerdings etwas unrealistisch. Crichton spart dann auch nicht mit schaurigem Seemannsgarn: Nach dem überstandenem Hurrikan werden sie von einem Kraken in bester Fluch-der-Karibik-Manier angegriffen und können das Ungetüm abwehren. Quasi spannend wird es dann wieder in Port Royal, als Hunter seine Ankläger und Verräter nach der Flucht umbringt, auch den bösen Franzmann, der eine Schatzkarte in eine Goldmünze eingeritzt haben will, aber es war nur eine Farce.