*schnief* Letzter Band der Reihe!

Eines vorweg: Die Einschätzung, die sich auf dem Buchrücken findet und da lautet "Der letzte Band und grandiose Höhepunkt der marinehistorischen Serie..." teile ich nicht. Wieder ein echter POB, oh ja - aber nicht der Höhepunkt der Reihe, bestenfalls der Schlusspunkt, geschuldet der Tatsache, dass der gute POB alsbald nach Abschluss dieses Buches beschlossen hat, künftig lieber mit dem Kollegen Forester in einen direkten Erfahrungsaustausch zu treten und dazu den Klängen von Jimmy Hendrix' Gitarre zu lauschen...
Außerdem fehlte ein sehr, sehr wichtiger Protagonist aus bestimmten Gründen, und lediglich die eine andere Erwähnung seiner Person war eben kein vollwertiger Ersatz für sein sonst übliches Agieren. Dennoch, Szenen wie diese hier drückten ja noch einmal sehr viel Wertschätzung aus:
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Wenig später, als die Sonne fast die Berge Afrikas berührte, ließ Jack seine Barkasse aussetzen (mit Latham, dem neuen Bootssteurer, einem erstklassigen Seemann, der freilich die Lücke, die Bondens Tod in den Herzen der Surprises, einschließlich Lathams eigenem, und dem ihres Kapitäns gerissen hatte, nicht füllen konnte).


Dennoch hat mir auch dieser Band wieder viel Spaß gemacht, und dass es dann ganz am Ende noch zur Verwirklichung des Buchtitels kam, hat sicher alle Freunde der Reihe maßlos gefreut.

Und auch hier will ich wieder meine bekannten Zettelchen abarbeiten:

Stephen wird von Jack gebeten, ihm mal wieder zu dolmetschen, allerdings in der falschen Sprache:
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"Dolmetschen, wie stellst du dir das vor?? Wie ich dir schon oft gesagt habe, spreche ich kein Portugiesisch, geschweige denn, daß ich es verstehen würde. Kein Normalsterblicher kann gesprochenes Portugiesisch verstehen - falls man bei diesem seltsamen, entsetzlich undeutlichen und genuschelten Gestammel überhaupt von Sprechen reden kann -, es sei denn er ist Portugiese oder von klein auf, quasi noch vor dem Zahnen, damit aufgewachsen. ..."


Ein kleines nettes Detail fiel mir auf:
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Man erinnere sich an den Kaffee, den Killick kurz vor dem finalen Gefecht in DEM Film serviert und dies gegenüber Stephen mit den Worten tut: "Drei Stück Zucker hab ich rein!"
Beim Tee dagegen mag unser guter Doc offenbar nix Süßes. Bei einem Besuch bei Sir Joseph Blaine nämlich liest man das hier:
"Sie nehmen doch keinen Zucker, nicht wahr?" fragte Sir Joseph.
"Nein, danke, keinen Zucker", antwortete Stephen...


Hübsch fand ich diese Szene hier - der Ausguck der Surprise sieht etwas, und da Jack grad an Deck ist, bekommt dieser das hier zu hören:
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... aber er hatte sie kaum ausgesprochen, da gingen sie auch schon im gewaltigen Gebrüll des Ausgucks im Fockmast unter, einem ehemaligen (und sehr passionierten) Walfänger. "Da bläst er! Oh, da bläst er! Drei Strich an Steuerbord voraus. Verzeihung, Sir", setzte er gleich darauf leiser hinzu, denn der Ruf gehörte nicht zum Repertoire der Royal Navy.


Und wie immer auch wieder diesmal unser guter Killick - es ist zum Schreien schön, wie er sich jedesmal auf seine ganz eigene Art und Weise freut, wenn es etwas schief geht:
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In diesem Moment meldete Killick, Mr. Woodbine wünsche den Kapitän sofort oder schnellstmöglich zu sprechen. Außerdem verkündete er die bevorstehende Ankunft der Ringle und die Nachricht, daß "diese afrikanischen Katzen" über die Mangos hergefallen seien.
"Und was sie nicht gefressen haben, haben sie verdorben", fügte er mit grimmig düsterem Triumph hinzu.

Jack zu Killick:
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"Geh und sieh nach, ob der Doktor in der Nähe ist", sagte Jack, "und wenn ja, bitte ihn, bei mir vorbeizuschauen, wenn er einen Moment Zeit hat."
"Wo er doch auf'm Fischmarkt ist, um ein paar alte Hummer zu verhökern. Nein. Ich lüge. Fällt da nicht gerade jemand die Niedergangsleiter runter und flucht auf Ausländisch? Ich freß'n Besen, wenn er das nicht ist."
Mit ausgebürsteter und ordentlich zurechtgezupfter Kleidung und wiederhergestellter Perücke wurde Stephen in die Achterkajüte geführt.
Die Szene geht unmittelbar weiter; Jack und Stephen unterhalten sich, wobei Jack sich lang und breit darüber ausläßt, was an Vorräten und Ausrüstung für das Schiff gekauft werden muss.
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...und als er eine kurze Pause machte, um Luft zu holen, fragte Stephen rasch: "Soll ich dir was sagen?"
"Ja, unbedingt. Das dürfte vermutlich noch interessanter sein als die Anzahl der benötigten Schwabber."


Alles in Allem war auch dies wieder ein wunderbares Buch, voll mit diesen kleinen feinen Szenen des typisch POB'schen oder auch typisch britischen Humors, gespickt mit Spannung und interessanten Geschehnissen, einem versöhnlichen Ende sowie jeder Menge unbeantworteter Fragen hinsichtlich der Zukunft unserer Haupthelden und auch der etlicher Nebenfiguren.