Traditioneller Royal Navy Toast für den heutigen
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  1. #1
    Admiral of the Fleet (11.341) Avatar von Bonden
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    SW: Knight Errant

    POB-Biographie - Der Mann, der zweimal lebte


    ISBN-10/ASIN: 3548257267

    Ich finde, dieses Buch gehört in diesen Bereich. Ich habe es ja derzeit beim Wickel, bin die ersten 100 Seiten so etwa durch.

    Interessant fand ich, dass POB ja deutsche Wurzeln hat; der Großvater war sogar Sachse, aus Brandis, Nähe Leipzig!

    Der Anfang liest sich etwas zäh, aber so langsam wird es, und man versteht beim Lesen immer mehr, warum Jack und Stephen so sind wie sie sind. Später mehr dazu.
    Non fare il pirito piú grande del culo.



  2. #2
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Tödliches Riff
    Zitat Zitat von Bonden Beitrag anzeigen
    ISBN-10/ASIN: 3548257267

    Ich finde, dieses Buch gehört in diesen Bereich. Ich habe es ja derzeit beim Wickel, bin die ersten 100 Seiten so etwa durch.

    Interessant fand ich, dass POB ja deutsche Wurzeln hat; der Großvater war sogar Sachse, aus Brandis, Nähe Leipzig!

    Der Anfang liest sich etwas zäh, aber so langsam wird es, und man versteht beim Lesen immer mehr, warum Jack und Stephen so sind wie sie sind. Später mehr dazu.
    Tja, Qualität kommt fast immer aus Sachsen.

  3. #3
    Segelmeister
    Avatar von paul.quincy
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    Eine Kopfjagd
    oder aus BRB, nicht wahr, Speedy?
    The past is not dead. In fact, it's not even past

  4. #4
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Tödliches Riff
    Ich bin Sachse und hier nur im Exil.

    Um aber auf das eigentliche Thema zurück zu kommen.
    Mr. Bondens Bemerkung zu den geistigen Wurzeln von Jack und Stephen macht mich wirklich sehr neugierig.

  5. #5
    Segelmeister
    Avatar von paul.quincy
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    Zitat Zitat von Speedy Beitrag anzeigen
    Ich bin Sachse und hier nur im Exil.
    Muß ich denn jedesmal bei den Sachsen die Ironieflagge setzen????

    Übrigens ob bei POB oder sonst wem, bei jedem Autor fließen eigene Erfahrungen und auch Wünsche (sic!) in sein Geschreibsel ein, dazu kommt dann viel Fantasie und eifrige Recherche.
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  6. #6
    Wäschecaptain R.N. Avatar von Jethro Tyrell
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    Mr Midshipman Easy
    Hab sie vor Jahren gelesen und halte sie für ne sehr gute Biographie.
    Es soll aber noch eine von seinem Sohn Nikolai geben die ihn wohl besser trift.

    Zitat Zitat von paul.quincy Beitrag anzeigen
    Übrigens ob bei POB oder sonst wem, bei jedem Autor fließen eigene Erfahrungen und auch Wünsche (sic!) in sein Geschreibsel ein, dazu kommt dann viel Fantasie und eifrige Recherche.
    Somit ist dann Lambdin entweder der Chefeinreiter von Hugh Hefner oder ein chronisch untervögelter Phantast ?
    Es ist eine interessante biologische Tatsache, dass in unseren Adern exakt der gleiche Prozentsatz Salz ist wie auch im Ozean. Salz ist in unserem Blut, in unserem Schweiß und in unsere Tränen. Wir sind mit dem Ozean verbunden. Und wenn wir zum Meer gehen, sei es, um zu segeln oder um es zu betrachten- so kehren wir dorthin zurück, woher wir einst kamen.
    John. F. Kennedy

  7. #7
    Segelmeister
    Avatar von paul.quincy
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    Eine Kopfjagd
    Zitat Zitat von Jethro Tyrell Beitrag anzeigen
    Somit ist dann Lambdin entweder der Chefeinreiter von Hugh Hefner oder ein chronisch untervögelter Phantast ?
    Wieso? Bei Lambdin läuft doch alles in völlig normalen Bahnen ab.
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  8. #8
    Admiral of the Fleet (11.341) Avatar von Bonden
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    SW: Knight Errant
    So, ich habe mich durch die knapp 600 Seiten gearbeitet. Man erfährt viel Interessantes über den Menschen POB, aber auch sehr viel banales, nebensächliches Zeugs, bei dem ich mich immer gefragt habe, warum das jetzt erzählt wird. Vielleicht wollte der Autor zeigen, was er alles über Mr. O'Brian in Erfahrung gebracht hat, wer weiß. Hilfreich oder wichtig oder auch nur wirklich informativ war manches nicht. Unter diesem Schreibstil leidet das Buch insgesamt.
    Dennoch, ich habe es nicht bereut, die Biographie gelesen zu haben.
    Ich gebe zu, dass ich speziell im ersten Drittel oft nur quer gelesen habe - wirklich interessant wurde es erst, als der erste Aubrey/Maturin-Band geschrieben wurde - aber wen wundert das?

    Im Folgenden will ich versuchen, ein paar markante Aussagen bzw. Feststellungen in aller gebotenen Kürze zusammenzufassen. In alter POB-Lese-Manier arbeite ich dazu wieder viele kleine Zettelchen, die zwischen den Seiten stecken, ab:

    POB, der früher Richard Patrick Russ hieß, arbeitete im Krieg beim britischen Geheimdienst. Zwar nicht so wie man sich das jetzt vielleicht vorstellt, so getarnt im feindlichen Hinterland, aber dennoch entwickelte sich damals Patricks ausgeprägte Verschwiegenheit. Dazu heißt es:
    Nach dem Krieg gab er nur spärliche Informationen für die biografischen Angaben auf den Klappentexten seiner Bücher preis und ignorierte auch die bohrendsten Fragen. In seinen Aubrey/Maturin-Romanen und seinem Privatleben bewies Patrick wiederholt, dass er nur wenige Tugenden höher schätzte als die Verschwiegenheit, eine Eigenschaft, die Maturin besonders kennzeichnet, der die Geheimnisse seiner Schiffskameraden bewahrt, sogar wenn er weiß, dass sie die Autorität seines besten Freundes, Kapitän Aubrey, und das Wohl des Schiffes bedrohen.
    Die Vater/Sohn-Beziehungen von POB sind in beide Richtungen sehr schwierig; sowohl zu seinem Vater als später zu seinem Sohn Richard hat er keine enge Bindung. Dies findet sich dann wieder bei Jack Aubrey und dem Verhältnis zu seinem Vater, dem alten grantigen General.
    Anfang der 60er Jahre - sein Ruhm war noch lange nicht begründet, die bverühmte Reihe noch nicht einmal begonnen - arbeitete er nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Übersetzer. Offenbar waren auch damals die Probleme nicht anders als heute, heißt es doch:
    Wenn auch das Übersetzen eine notorisch schlecht bezahlte Tätigkeit war, so konnte O'Brian sie doch mit großer Geschwindigkeit erledigen.
    POB hat ja vor der Reihe jede Menge anderer Bücher und vor allem Kurzgeschichten geschrieben, die meisten davon gibt es wohl leider nicht ins Deutsche übersetzt.
    Als er dann mit Jack und Stephen erstmals auf Reisen geht, geschieht das auch deshalb, weil man unmittelbar nach Foresters Tod, dessen Hornblower-Romane überall sehr beliebt waren, weitere Bücher in dieser Art wollte. Ein Verleger war von der Qualität von "Das Gold des Ozeans" so überzeugt, dass er es POB zutraute, das Talent dafür zu haben, den großen Forester zu beerben. Aber es war schwierig, die ersten Bände erfolgreich zu vermarkten. Dazu heißt es:
    Während Hornblower immer noch die Urteilsfähigkeit der Kritiker benebelte, hatten O'Brians Romane noch gegen einen anderen Nachteil anzukämpfen - den ungünstigen Zeitpunkt ihres Erscheinens. Foresters Romane waren vor und nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen, also zu einer Zeit, in der Nationalismus und Zustimmung zur Aufgabe der Marine auf ihrem Höhepunkt waren, wogegen O'Brians Serie während des Vietnamkriegs auf den Markt kam, in dem "der Westen" seine Rolle in der Weltpolitik verbissen verteidigte und das Militär von einem großen Teil der Bevölkerung verachtet wurde.
    Noch schwieriger war es in den USA:
    Die Verkäufe in den Vereinigten Staaten waren so lauwarm wie die meisten Besprechungen. Lippincott hatte es schwer, die Bücher zu vermarkten, wie aus der Illustration auf dem amerikanischen Cover hervorgeht. Dort kauert ein kurzhaariger, weißzähniger Aubrey, mit dem Schwert in der Hand zum Kampf bereit, während eine braunhaarige Schöne, die einen Schal über ihrer Brust zusammenrafft, ihn träumerisch anstarrt. Das Paar hat Ähnlichkeit mit Robert Redford und Jane Fonda. Gleichzeitig feuert ein feindliches Schiff eine Breitseite aus einem unmöglichen Winkel auf sie ab.
    Ja ja, unsere amerikanischen Freunde... Überhaupt sollten seine Bücher den amerikanischen Markt erst viele Jahre nach dem in Europa der Name POB bereits in aller Munde war erobern - die ersten Versuche waren nicht so prall, weil es offenbar auch an Mut und Risiko bei den hiesigen Verlegern fehlte.
    Das sind sowieso die für mich spannendsten Passagen des Buches. Das ständige Bangen, ob und wie ein neuer Band ankommt, die Reaktionen der Kritiker und des Publikums und ihre Wirkungen auf Patrick machen die spannendsten Momente dieser Biographie aus. Als POB-Fan freut man sich dann auch über diesen Kritikersatz aus dem Jahr 1981:
    Maturin und Aubrey könnten einmal zusammen mit solchen Paaren wie Athos und d'Artagnan sowie Holmes und Watson als Teil der dauerhaften Abenteuerliteratur eingeordnet werden.
    Ein anderer Kolumnist begeisterte sich:
    Einige von Ihnen - ach, leider die Meisten - haben nie einen Roman von Patrick O'Brian gelesen. Ich bitte Sie, doch einmal mit Kurs auf Spaniens Küste anzufangen, das als Taschenbuch bei ihrem nächsten Buchhändler vorhanden sein sollte. Und wenn er (oder sie) solch ein Exemplar doch nicht hat, dann schlagen Sie auf diese elende Kreatur ein.


    Ab Band 12 (Sieg der Freibeuter) begann dann - endlich - die Zusammenarbeit mit Geoff Hunt. Dazu lesen wir:
    Sogar O'Brian war beeindruckt von der Genauigkeit, mit der Hunt das Schiff dargestellt hatte. Hunt hatte nämlich nicht nur O'Brians Buch gelesen, sondern auch viele der Quellen, die O'Brian benutzt hatte. Jedes Mal, wenn Hunt ein historisches Schiff malte, erforschte er jede Einzelheit, von der Tonnage und maximalen Breite bis zu den Masten und speziellen Besonderheiten von Segeln, Beibooten und Kleidung der Besatzung. Sein Ziel ging über die Werktreue hinaus. Er wollte jeden Tampen, jede Spiere originalgetreu abbildden. Hunt und O'Brian waren aus dem gleichen Holz geschnitzt.
    Eine kleine nette Episode spielt im Jahr 1991. Bei einem Mittagessen mit einem Mitglied des Bibliotheksausschusses des Clubs, in dem POB Mitglied war, erzählte dieser Mr. Smith, dass es Buchhändler gab, die seltene Erstausgaben von Aubrey/Maturin-Romane hökerten. POB erwiderte darauf hin, dass er vom Verleger immer großzügig 30 bis 40 Exemplare bekommen habe, diese aber selten verschenke, sie sich bei ihm nur stapelten und er grad neulich etliche davon weggeworfen habe. Er war dann reichlich schockiert, als ihm Mr. Smith sagte, dass diese so dreißig bis vierzig Pfund wert wären. Eine Fußnote weißt darauf ihn, dass dafür heutzutage das Zehnfache gezahlt werde (wenn das denn mal reicht...)

    Eine weitere nette Geschichte ist die des Journalisten Ken Ringle, der nach einem sehr freundlich verlaufenen Interview mit POB diesem, einer plötzlichen Eingebung folgend, ein Fachbuch über die Baltimore Clipper schickte. POB war erfreut und ließ Aubreys guten Freund Heneage Dundas ein treibendes Schiff vor Kap Hoorn finden - eben so einen Baltimore Clipper.
    O'Brian sandte flugs eine Postkarte an den Reporter der Washington Post mit der Frage: "Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich dieses Schiff nach Ihnen die Ringle nenne?"
    Gegen Endes des Buches wird es plötzlich dünn; über die Entstehungsgeschichte der letzten zwei Bände geht der Autor mit kaum drei Sätzen hinweg - offenbar fehlen da konkrete Informationen, oder er wollte es ganz wie der Meister in manchen seiner Bände machen... Ich finde das jedenfalls sehr schade.

    Die letzte Anmerkung zu dieser Biographie bringe ich im Filmbereich unter - sonst wird hier nur darüber diskutiert, ich kenne euch doch!
    Non fare il pirito piú grande del culo.



  9. #9
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    Avatar von Thomas Burton
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    Zitat Zitat von Bonden Beitrag anzeigen
    Ja, genau so habe ich es erwartet. Dieser nur so als Nachklapp hingeworfene kleine Beitrag wird ausgiebig diskutiert, aber meine umfangreichen Zeilen zu der POB-Biographie finden keinerlei Beachtung.

    Hast du fein gemacht.
    Mal im Ernst: Die Biografie ist schon interessant. Gut und kompakt.
    "Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie."
    Ludwig van Beethoven

    "Die Wahrheit ist mit Blut und Leben zu verteidigen."
    Martin Luther

  10. #10
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Tödliches Riff
    Wie kommst Du darauf, niemand würde diesen Beitrag beachten? Schau Dir mal die Hits an.

  11. #11
    Admiral of the Fleet (11.341) Avatar von Bonden
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    Beachte den Smilie! ;) also den hier:
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