Traditioneller Royal Navy Toast für den heutigen
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  1. #1
    Admiral of the Fleet (11.341) Avatar von Bonden
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    SW: Knight Errant

    O'Brian, Patrick - die Aubrey/Maturin-Reihe

    Ich hole das mal aus dem Rettungsboot rüber:

    1. Master and Commander (1970, Kurs auf Spaniens Küste)
    2. Post Captain (1972, Feindliche Segel)
    3. H. M. S. Surprise (1973, Duell vor Sumatra)
    4. The Mauritius Command (1977, Geheimauftrag Mauritius)
    5. Desolation Island (1978, Sturm in der Antarktis)
    6. The Fortune of War (1979, Kanonen auf hoher See)
    7. The Surgeon's Mate (1980, Verfolgung im Nebel)
    8. The Ionian Mission (1981, Die Inseln der Paschas)
    9. Treason's Harbour (1983, Gefahr im Roten Meer)
    10. The Far Side of the World (1984, Manöver um Feuerland)
    11. The Reverse of the Medal (1986, Hafen des Unglücks)
    12. The Letter of Marque (1988, Sieg der Freibeuter)
    13. The Thirteen-Gun Salute (1989, Tödliches Riff)
    14. The Nutmeg of Consolation (1991, Anker vor Australien)
    15. Clarissa Oakes (1993, Die Inseln der Vulkane)
    16. The Wine-Dark Sea (1993, Gefährliche See vor Kap Hoorn)
    17. The Commodore (1995, Der Triumph des Kommodore)
    18. The Yellow Admiral (1996, Der gelbe Admiral)
    19. The Hundred Days (1998, Mission im Mittelmeer)
    20. Blue at the Mizzen (1999, Der Lohn der Navy)
    21. The unfinished journey of Jack Aubrey (2004)

  2. #2
    Powder Monkey Avatar von Teefax
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    Dean King: Patrick O'Brian

    Abfallende Qualität im zweiten Teil der Reihe?

    Moin,
    habe im letzten Vierteljahr die gesamte Reihe zum wiederholten Mal auf Englisch durchgelesen. War natürlich wieder ein großes Vergnügen. An Aubrey/Maturin kommt mMn keine andere Serie heran.
    Allerdings: Zum ersten Mal ist mir aufgefallen, dass ich bei einigen Bänden im zweiten Teil der Serie, so ab Band 12/13, Probleme mit meiner Konzentration hatte. Es liegt, glaube ich, vor allem daran, dass die Geschichten zunehmend weniger "dicht" sind als bei den ersten 10-12 Bänden. Es "läuft so dahin", die Geschichten wirken weniger rund und ausgetüftelt. Manche Bände, "Clarissa Oakes" beispielsweise, finde ich außerdem vom Plot her ziemlich zäh. Ganz zum Ende der Serie plätschert es dann wirklich vor sich hin. Auch die Hauptfiguren Stephen und Jack werden etwas blasser. Der Schreibstil ist weiterhin herrlich, aber so richtig fesseln tut es (mich zumindest) nicht mehr. Geht es euch ähnlich?

  3. #3
    Junior Post-Captain
    Avatar von Mr. Oxbelly
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    Es ist jetzt wieder einige Monate her, dass ich die Aubrey-Maturin-Reihe wieder komplett durchgelesen habe. Aber was mir aufgefallen ist, dass O'Brian den Fokus im lauf der Reihe zunehmend weg von Jack Aubrey und hin zu Stephen Maturin verlegt. Stephen wird immer mehr zur dominierenden der beiden Hauptpersonen, sein Job als Geheimagent und Umstürzler in Südamerika nimmt immer breiteren Raum ein. Parallel dazu wird die Rolle Jacks in der Tat blasser. Ich meine auch, dass der Plot in den späten Bänden, so ab der zweiten Hälfte, wirklich dünner wird. Es passiert nicht mehr unbedingt wirklich viel, verglichen mit den ersten Bänden, dafür wird die Handlung viel breiter beschrieben, was ich nicht wirklich schlecht finde, aber an Spannung verliert das Ganze schon ein wenig. Irgendwie habe ich auch den Eindruck gehabt, dass O'Brian in den letzten paar Bänden ein wenig die Konzentration verliert und sich bei irgendwelchen Kleinigkeiten nicht mehr genau erinnert, was er früher geschrieben hatte.

  4. #4
    Powder Monkey Avatar von Teefax
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    Dean King: Patrick O'Brian
    Das Verschieben des Fokus auf Stephen finde ich dabei eigentlich gut, denn er ist ja ohne Zweifel der komplexere Charakter der zwei und liefert durch seine ständigen (Selbst-)Beobachtungen auch jede Menge Material über die anderen Personen im Umfeld. Jack dagegen ist ein eher schlichter Charakter. Natürlich geht mit Stephen das Zentrum der Geschichten sehr oft weg von See und hin zu seinen (geheimdienstlichen) Landabenteuern. Das kann man bei einer Marinereihe bedauern. Andererseits entstehen dadurch meiner Meinung nach einige der absoluten Highlights der Serie (zB Stephens Ausflug zu dem Kloster mit den Orang Utans).
    Dem Alter von Patrick O'Brian ist vielleicht zuzuschreiben, dass in späteren Bänden einige Erzählstränge etwas aufgesetzt wirken, beispielsweise Stephens zweite Liebe.
    Sehr gestört hat mich beim nochmaligen Lesen der Umgang mit einigen wichtigen Randfiguren, darunter Diana und besonders Bonden, der sang- und klanglos "herausgeschossen" wird und dann nur noch ein Mal (im folgenden Band!) erwähnt wird, als Jack seine Gig besteigt und dabei seinen alten Gefährten erinnert - in einem Halbsatz. Ich fange gerade an, O'Brians Biografie zu lesen und hoffe, dass dabei einige dieser Auffälligkeiten aus der Serie erklärt werden können. O'Brian soll ja nicht unbedingt ein einfacher Typ gewesen sein.

  5. #5
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Tödliches Riff
    Ich muss gestehen, dass ich ein ausgesprochener Fan der hier kritisierten Bände bin. Klar, sie plätschern handlungstechnik so dahin, sind aber zugleich so wunderbar geschrieben, dass die sogenannte "endlose Reise" tatsächlich hätte endlos sein können. Für mich sind diese Bücher ein Höhepunkt der ganzen Reihe, weil man in ihnen Seefahrt förmlich in "Echtzeit" miterleben kann.

  6. #6
    Powder Monkey Avatar von Teefax
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    Dean King: Patrick O'Brian
    Zitat Zitat von Speedy Beitrag anzeigen
    die sogenannte "endlose Reise" tatsächlich hätte endlos sein können
    Ja, ich weiß, was du meinst, das finde ich auch einen der großen Pluspunkte der ganzen Reihe. Ich habe mich auch nie daran gestört, wie offenbar manche andere, dass einige Bände "mittendrin" enden und die Geschichte dann im nächsten Band direkt aufgenommen wird. Das gehört zu Aubrey/Maturin" einfach dazu. Trotzdem ging es mir dieses Mal bei manchen Bänden in der zweiten Hälfte so, das O'Brian nicht mehr wusste, wohin er mit dem Plot eigentlich wollte. Diesen Eindruck hatte ich in den ersten Bänden nie...

  7. #7
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Tödliches Riff
    Ist schon manchmal komisch. Band 1 war mal mein aboluter Favorit, doch inzwischen empfinde ich einen deutlichen Qualitätsunterschied zu späteren Bänden der Reihe und für mich ist es mehr Last als Lust, den "Master and Commander" zu lesen.

  8. #8
    Segelmeister
    Avatar von paul.quincy
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    Eine Kopfjagd
    Zitat Zitat von Teefax Beitrag anzeigen
    O'Brian soll ja nicht unbedingt ein einfacher Typ gewesen sein.
    No, Sir, das soll er ganz gewiß nicht gewesen sein, wie ich von Leuten weiß, die mit ihm zusammengearbeit haben.
    Ich würde mich freuen, wenn Du mir Tiitel und ISBN der Biographie unter meiner PN oder sonstwie zukommen lassen würdest. Mal sehen, wie dehnbar die Geschichte ist.

    Danke sagt mit höflichem Kratzfuß

    Quincy
    The past is not dead. In fact, it's not even past

  9. #9
    Powder Monkey Avatar von Teefax
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    Dean King: Patrick O'Brian
    @paul.quincy:


    ISBN-10/ASIN: 3548257267

  10. #10
    Midshipman
    Avatar von Mr. Winterbottom
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    Mission im Mittelmee
    Auch mir geht es so, dass ich glühender Verehrer der ersten Hälfte der O´Brian Bände bin. Dazu zähle ich auch "Das Gold des Ozeans" und "Zu unbekannten Ufern", also jene Bücher die PoB vor der Aubrey/Maturin-Serie geschrieben hat. Ab "Hafen des Unglücks" lässt die Story für mich nach, was nicht heißt, dass ich die betreffenden Bände nicht mehrfach gelesen hätte. Mein Favorit ist und bleibt "Duell vor Sumatra", das ich auch im (wunderbaren) englischen Original gelesen habe, gleich gefolgt von "Geheimauftrag Mauritius". Man kann sagen, dass mir die actionreichen Bücher mehr liegen.
    Doch er stehet männlich an dem Steuer: Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen, Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen. Herrschend blickt er auf die grimme Tiefe Und vertrauet, scheiternd oder landend, Seinen Göttern.

    Seefahrt - Johann Wolfgang von Goethe

  11. #11
    Admiral of the Fleet (11.341) Avatar von Bonden
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    SW: Knight Errant
    Also ich kann das so nicht bestätigen. Ich habe die Reihe schon längere Zeit einmal komplett durch, fand Band 19 ganz schlimm - die Ursache ist bekannt - aber ansonsten fühlte ich mich bei jedem Buch aufs Neue bestens unterhalten.
    Vor kurzem habe ich auf meiner zweiten Reise durch die Reihe Band 12 ausgelesen und war wiederum hoch erfreut über das hohe Maß an Lesevergnügen, das mir Mr. O'Brian bot. Aber gut, jetzt bin ich sozusagen über den Scheitelpunkt, wenn ich also jetzt demnächst zu Band 13 greife, werde ich beim Lesen eure vorstehende Diskussion gedanklich neben jede Seite stellen, mal schauen, was mir da so auffällt.

  12. #12
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Tödliches Riff
    Die früheren Bände sind schon deutlich actionlastiger und möglicherweise muss man als Leser eine ähnliche Entwicklung durchmachen, wie das mit POB beim Schreiben der Reihe gegangen ist, man muss sich einfach dafür öffnen, dass sich POB zunehmend durch Handlung "plaudert". Das fällt natürlich um so leichter, wenn man die Reihe möglichst in der Reihenfolge der Handlung und ihres Entstehens liest. Mitten in der Reihe zu beginnen ist, wenn man vorher vielleicht nur Kent gelesen hat, dann doch ein gewisser "Kulturschock".

  13. #13
    Admiral of the Fleet (11.341) Avatar von Bonden
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    SW: Knight Errant
    Ich wiederhole gern, was zu dem Thema schon im alten Forum geschrieben stand: Manchmal passiert auf über hundert Seiten in den POB-Bänden rein gar nichts - aber wie spannend POB dieses Nichts erzählt, ist einzigartig! Da liest man die Liebe zum Wort, zur feinen, nicht überdrehten Formulierung, spürt den feinsinnigen Humor - sowas kann nicht jeder...
    Non fare il pirito piú grande del culo.



  14. #14
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Tödliches Riff
    Du sagst es. Genau das ist es auch für mich, was mich an diesen Büchern so begeistert.

  15. #15
    Treasurer of the Navy Avatar von Richard Howe
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    Für die eigentliche Handlung sind diese "Überbrückungen" manchmal alles andere als spannend oder wichtig.
    Allerdings werden die Charaktere dadurch erst authentisch, weil sie eben nicht nur ein Leben an Bord eines Schiffes Seiner Majestät führen und von einem Gefecht zum anderen segeln.
    Daß in Maturin höchstwahrscheinlich auch ein Großteil O'Brian steckt, wenn wundert's? Er ist eben selber genau so wenig wie Stephen der Seeheld.
    ~*~ 'Und nun meine Herren, genug der Bücher und Signale.' ~*~ Richard Earl Howe, 1. Juni 1794

    HMS Magnanime (74)

  16. #16
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    Dean King: Patrick O'Brian
    Nur um einem möglichen Missverständnis vorzubeugen: Meine Eindrücke zum zweiten Teil der Serie haben nichts mit Action oder Nicht-Action zu tun. Ich lese O'Brian inzwischen auch aus vielen anderen Gründen als allein der Heldengeschichte. Kann mir auch kaum vorstellen, dass jemand das durchhält, der nur an Seemanövern und Gefechten interessiert ist

  17. #17
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    Die früheren Bände sind schon deutlich actionlastiger und möglicherweise muss man als Leser eine ähnliche Entwicklung durchmachen, wie das mit POB beim Schreiben der Reihe gegangen ist, man muss sich einfach dafür öffnen, dass sich POB zunehmend durch Handlung "plaudert". Das fällt natürlich um so leichter, wenn man die Reihe möglichst in der Reihenfolge der Handlung und ihres Entstehens liest. Mitten in der Reihe zu beginnen ist, wenn man vorher vielleicht nur Kent gelesen hat, dann doch ein gewisser "Kulturschock".
    Dann liegt es bei mir daran. Denn ich besitze nur einige der letzteren Bände.
    "Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie."
    Ludwig van Beethoven

    "Die Wahrheit ist mit Blut und Leben zu verteidigen."
    Martin Luther

  18. #18
    Exilsachse Avatar von Speedy
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    Dann solltest Du Dir unbedingt Band 1 zulegen.

  19. #19
    Commodore 2nd class
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    *In das große Loch der Geldbörse schaut*

    Mach ich.
    "Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie."
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    "Die Wahrheit ist mit Blut und Leben zu verteidigen."
    Martin Luther

  20. #20
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    Nachdem heute ein Krimi beendet wurde hab ich mal wieder Lust bekommen O'Brian weiterzulesen. Heute fange ich dann mit "Anker vor Australien" an. Freu mich schon.
    Kommandant von H.M. Sloop Snake

    I will be a hero.
    (Horatio Nelson)
    Es gibt drei Arten von Menschen :
    die Lebenden, die Toten und jene, die zur See fahren.

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